Masterplan-Projekte und Natur-Tourismus

Imke Wemken von der Ostfriesland-Toursimus GmbH erwartet großes Interesse von Reisenden

Naturschutzprojekte des Masterplans Ems wie der 2025 in den Testbetrieb gegangene Tidepolder in Coldemüntje dienen in erster Linie dazu, den auf den Lebensraum Tideauen spezialisierten Tieren und Pflanzen wieder Entwicklungschancen an der Ems zu geben. Der Masterplan nimmt aber auch – Stichwort Gleichgewichtung von Ökonomie und Ökologie – die wirtschaftliche Entwicklung der Emsregion in den Blick. Wegen der Bedeutung des Reisesektors für die regionale Wirtschaft spielen in diesem Zusammenhang auch die touristischen Werte von Naturräumen eine Rolle.

Imke Wemken, Geschäftsführerin der Ostfriesland Tourismus GmbH, machte jetzt in ihrem Vortrag „Vom Naturerlebnis bis zur Entdeckung der Wildnis - das besondere Tourismusangebot Ostfrieslands“ in der Reihe „Masterplan kompakt“ deutlich, dass der Naturtourismus für die Entscheidung, Urlaub in Ostfriesland zu machen, schon heute eine große und wachsende Rolle spielt. Die Masterplan-Ems-Projekte, so die Tourismusexpertin, könnten deswegen künftig als Ergänzung zum Weltnaturerbe Wattenmeer im Norden ein Magnet für die südliche Region der ostfriesischen Halbinsel werden. Bis zum Jahr 2050 sollen insgesamt 500 Hektar auentypische Lebensräume und 200 Hektar für Wiesenvögel entstehen.

Die ostfriesische Tourismuswerbung nimmt schon seit längerem jene Menschen ins Visier, die an Naturerleben, Tierbeobachtung und dem Erlebnis der weiten norddeutschen Landschaft mit ihren Besonderheiten interessiert sind. Und das sind nicht wenige: Für über 90 Prozent der Deutschen bedeutet Natur Gesundheit und Erholung, berichtete Wemken. Und die Nordsee/Nordseeküste liege als Zielgebiet für Naturtouristen mit 19,8 Prozent der Befragten einer Tourismusstudie auf dem zweiten Platz – gleichauf mit Bayern und nur übertroffen vom Schwarzwald. 

Ostfriesland habe mit seinen mannigfaltigen Möglichkeiten des Wattenmeers viel zu bieten, sagte Wemken. Besondere Events wie die Zugvogeltage lockten jedes Jahr tausende Menschen. Tierbeobachtung stehe nicht ohne Grund auf Platz zwei der Top-10-Aktivitäten im Naturtourismus. 

Der Tidepolder Coldemüntje erlaube einen Blick darauf, wie Masterplan-Ems-Projekte sich zu Anziehungspunkten entwickeln können, so Wemken. Der Rundweg um den Polder biete gute Gelegenheiten zu Beobachtungen der sich entwiclelnden Pflanzen- und Vogelwelt, der Ems-Radweg führe am Polder vorbei. Die Gemeinde werbe schon mit dem Polder – und die Zukunft biete viel Potenzial für eine Zusammenarbeit von Naturschutz und Tourismus im Masterplan-Ems. Übrigens sieht das auch der Naturschutz so: Man schützt (und schätzt) nur, was man kennt. 

Den Vortrag von Imke Wemken finden Siehier.