Schmetterlingswochen in der Naturschutzstation

Vom 12. Juni bis zum 28. August geben eine Ausstellung und viele Veranstaltungen Einblicke in das Leben der Falter an der Ems

Terborg. Die Naturschutzstation Ems veranstaltet vom 12. Juni bis zum 28. August unter dem Titel „Von Mulkentövers und Flinnerkes“ Schmetterlingswochen mit einer Ausstellung und einem mannigfaltigen Begleitprogramm. Kostenlose Vorträge, Exkursionen, Kindernachmittage und ein Filmabend geben sowohl Einblick die geheimnisvolle Welt der Nachtfalter in naturnahen Deichvorländern der Ems, aber thematisieren auch die Tagfalter der Region. Auch die Frage, wie der eigene Garten schmetterlingsfreundlich gestaltet werden kann, wird in eigenen Veranstaltungen beantwortet. Die Ausstellung ist jeweils mittwochs von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Die Naturschutzstation Ems befindet sich an der Schöpfwerkstraße 10 in Moormerland-Terborg, direkt am Schöpfwerk Sautel. Ausstellung und Veranstaltungen sind kostenlos.

 

Der erste Vortrag findet bereits am Mittwoch, 12. Juni, statt. Elisabeth Woesner, Diplom-Biologin und Co-Leiterin der Ökologischen NABU-Station Oldenburger Land, zeigt ab 17.30 Uhr in der Naturschutzstation unter dem Titel „Schmetterlings-Gartenjahr: Bunte Blüten und Blätter (nicht nur) für Schmetterlinge“ anhand von zahlreichen Beispielen UF, wie Ihr Garten schmetterlingsfreundlich gestaltet werden kann. Bei passendem Wetter erfolgt ein kleiner Rundgang durch die Außenanlagen der Naturschutzstation. Wegen des begrenzten Platzes ist eine Anmeldung unter felix.naermann@nlwkn.niedersachsen.de erforderlich.  Das vollständige Programm im Internet:

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/schmetterlingswochen-ems/von-flinnerkes-und-mulkentovers-229316.html

 

Die Schmetterlingswochen sind auf der Grundlage einer drei Jahre währenden Feldforschung an der Ems entstanden. So wurden in den Jahren 2017 bis 2019 in naturnahen und tidebeeinflussten Vorländern des Flusses zwischen Papenburg und der Gemeinde Krummhörn Bestandserfassungen durchgeführt, die von der Naturschutzstation Ems selbst erledigt oder beauftragt wurden. Tidebeeinflusste Lebensräume finden sich heute beispielsweise noch in Außendeichsgebieten bei Vellage oder Coldam. Im Rahmen des Masterplans Ems 2050 sollen rund 500 Hektar solcher einst für Tideflüsse in großem Umfang typischen Landschaften mit Süßwasserwatten, Röhrichten, Staudenfluren und Auwäldern wiederhergestellt werden; zurzeit laufen Bauarbeiten an solchen Poldern in Coldemüntje (Westoverledingen) und Stapelmoor (Weener).

 

Wie wichtig solche Lebensräume sind, zeigen die Ergebnisse der Bestimmungsrunden: 317 Schmetterlingsarten konnten festgestellt werden. Das Groß davon Nachtfalter: 236 Arten gingen den Forschern temporär ins Netz ihrer Lichtfalle; 80 davon finden sich auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Diese Zahlen zeigen eindrücklich, wie wichtig die wenigen verbliebenen naturbelassenen Feuchtgebiete am Fluss auch für diese Lebewesen und den Kampf gegen das Artensterben sind, das in großem Umfang auch die Insekten betrifft. Und wer glaubt, Nachtfalter seien nichts als graue Motten, kann sich von den eindrucksvollen Fotos der Tiere in der Ausstellung eines Besseren belehren lassen.

 

Die Feldforschung an der Ems gehört zu den Aufgaben der Naturschutzstation Ems, einer Einrichtung des Masterplans Ems 2050, die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) getragen wird und mit zwei Mitarbeitern besetzt ist.

 

Das Veranstaltungsprogramm auf einen Blick

 

Die Veranstaltungen finden, wenn nicht anders vermerkt, in der Naturschutzstation statt und sind kostenlos. Wegen des begrenzten Platzes ist eine Anmeldung unter felix.naermann@nlwkn.niedersachsen.de erforderlich. Hier die Liste der Veranstaltungen:

Am Mittwoch, 12. Juni, ab 17:30 Uhr zeigt Elisabeth Woesner, Diplom-Biologin und Co-Leiterin der Ökologischen NABU-Station Oldenburger Land, unter dem Titel „Schmetterlings-Gartenjahr: Bunte Blüten und Blätter (nicht nur) für Schmetterlinge“ anhand von zahlreichen Beispielen, wie Ihr Garten schmetterlingsfreundlich gestaltet werden kann. Bei passendem Wetter erfolgt ein kleiner Rundgang durch die Außenanlagen der Naturschutzstation.

Am Mittwoch, 19.Juni, ab 17.30 Uhr spricht Dr. Benedikt Wiggering, Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer unter dem Titel „Düne, Strand und Schmetterling – Einblicke in die Falterfauna des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer“. Mehr als 400 Großschmetterlingsarten sind dort bekannt.

Am Freitag, 21. Juni, um 17.30 Uhr ist die Biologin und Spiegelbestsellerautorin Dr. Sophia Kimmig den Besuchern in der Naturschutzstation aus Berlin zugeschaltet, um mit ihnen gemeinsam das Leben der Nacht zu entdecken. Sie liest unter anderem aus ihrem Buch Lebendige Nacht – Vom verborgenen Leben der Tiere.

Am Mittwoch, 26. Juni, um 16 Uhr stellt Felix Närmann, Landschaftsökologe und Mitarbeiter der Naturschutzstation Ems unter dem Titel „Das große Flattern zwischen Ebbe und Flut - Wiederherstellung ästuartypischer Lebensräume an der Ems“ die besonderen tidebeinflussten Lebensräume an der Ems und ihre Bedeutung für Schmetterlinge vor. Außerdem erläutert er den Stand der Wiederherstellung dieser Lebensräume im Rahmen des Masterplan Ems 2050.

Am Mittwoch, 3. Juli, beginnt um 17.30 Uhr in Grotegaste (Westoverledingen) eine Führung mit Dr. Claus Hinz, Biologe und Projektkoordinator beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über die Baustelle des Tidepolders Coldemüntje. Hier entstehen großflächig tidebeeinflusste Habitate, die sogenannten ästuartypischen. Treffpunkt ist am Baucamp direkt an der Polderbaustelle.

Am Mittwoch, 10. Juli, und am Mittwoch, 7. August, findet jeweils um 14 Uhr in der Naturschutzstation der Kindernachmittag „Schmetterlinge spielerisch kennenlernen“ statt. Landschaftsökologe und Stationsmitarbeiter Felix Närmann wird mit den Kindern spielerisch und kreativ den Lebenszyklus eines Schmetterlings unter die Lupe nehmen und Fragen wie Was fressen eigentlich Schmetterlinge? beantworten. Und natürlich wird im Außengelände der Naturschutzstation auch nach Schmetterlingen gesucht. Für Kinder von 3 bis 10 Jahren. Teilnahme nur mit einer Begleitperson. Ende der Veranstaltung ist um 16 Uhr.

Am Mittwoch, 17. Juli, beginnt um 16 Uhr eine Führung beim Ökowerk Emden zum Thema „Schmetterlingsfreundliche Gartengestaltung“. Dort wurden speziell für Tagfalter naturnah gestaltete Beete angelegt. Joachim Grüner, Landschaftsgeologe vom Ökowerk Emden, vermittelt Ideen und gibt Anregungen, wie jeder im eigenen Garten insektenfreundlich tätig werden kann. Darüber hinaus bekommen die Besucherinnen und Besucher einen spannenden Einblick in die pädagogische Arbeitsweise des Ökowerks. Auf Wunsch kann auch der Obstgarten mit den über 600 verschiedenen Apfelsorten besucht werden. Treffpunkt ist vor dem Hauptgebäude (Kaierweg 40a, 26725 Emden).

Am Sonnabend, 27, Juli, findet ab 10 Uhr in Rhede/Ems unter dem Motto „Man schützt nur das, was man kennt“ eine Tagfalterexkursion statt. Die Biologin Elisabeth Kühn stellt den dabei  die wichtigsten Tagfalterarten vor. An konkreten Beispielen wird gezeigt, wie die Arten zu erkennen sind. Zudem gibt es Infos zur Lebensweise und Tipps zum Schutz der Arten. Die Bundes-Koordinatorin des Tagfalter Monitoring Deutschland erläutert darüber hinaus auch die Methode des seit 2005 laufenden Citizen Science Projektes. Treffpunkt ist am Parkplatz „Am Neumarkt“ neben der Kirche St. Nikolai.

Am Freitag, 2. August, ab 21.30 Uhr findet ein Nachtfalterleuchten am Rysumer Nacken bei Emden statt. Mithilfe der Lichtfangmethode werden unter fachkundiger Anleitung des Biologen Carsten Heinecke am Rysumer Nacken Nachtfalter angelockt und beobachtet. Welche nächtlichen Schönheiten sich dann an der Lichtfangeinrichtung (dem sogenannten Leuchtturm) zeigen, bleibt eine Überraschung. Treffpunkt ist am Parkplatz beim Restaurant Strandlust.

 

Am Sonnabend, 17. August, ab 14 Uhr stellt bei einer Tagfalterexkursion der Biologe und passionierte Fotograf Erk Dallmeyer die wichtigsten Tagfalterarten vor. An konkreten Beispielen wird nochmals gezeigt, wie die Arten zu erkennen sind. Zudem gibt es Infos zur Lebensweise und Tipps zum Schutz der Arten. Der Landes-Koordinator des Tagfalter Monitoring Deutschland für Niedersachsen erläutert darüber hinaus auch die Methode des seit 2005 laufenden Citizen Science Projektes. Treffpunkt ist am Parkplatz beim Restaurant Strandlust.

Am Freitag, 23. August, ab 17.30 Uhr zeigt der Referent Carsten Heinecke, Diplom-Biologe aus Oldenburg, in einem reich bebilderten Vortrags, dass es in Westniedersachsen trotz der starken Landschaftsnutzung noch bedeutsame Lebensräume für Schmetterlinge gibt. Dabei werden charakteristische Arten vorgestellt, Gründe des Artenrückgangs erläutert und auch einige Neubürger vorgestellt.

Am Mittwoch, 28, August, um 17.30 Uhr wird der Film „Kinder der Sonne - Unsere Schmetterlinge“ gezeigt. Die Werke von Naturfilmer Jan Haft und der von ihm gegründeten nautilusfilm gehören zum Besten, was der moderne Naturfilm zu bieten hat. Die 45-minütige Dokumentation Kinder der Sonne – Unsere Schmetterlinge portraitiert unsere beliebtesten Insekten in all ihren Entwicklungsstadien und ihrer schier unglaublichen Vielfalt. Dabei kommen neben gestochen scharfen Nahaufnahmen auch raffinierte Zeitraffer- und Zeitlupenaufnahmen zum Einsatz. Ein pures visuelles Erlebnis!

Das gesamte Programm im Internet:

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/schmetterlingswochen-ems/von-flinnerkes-und-mulkentovers-229316.html