Gemeinsam
gegen den Schlick

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Nach dem Technischen Test:
Flexible Tidesteuerung ist ein Stück weiter

Nach dem Test ist vor dem Verfahren: Die Flexible Tidesteuerung mit dem Emssperrwerk ist nach den Ergebnissen des Technischen Tests im Sommer 2020 auf dem Weg zur Realisierung ein gutes Stück weitergekommen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Bundeswasserstraßenverwaltung, namentlich das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee, haben den Test als Projektpartner gemeinsam vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet.

Getestet wurde vor allem die Anhebung des Tideniedrigwassers. Diese Variante braucht keine Sohlsicherung, die für eine Steuerung des Flutstroms zwingend und daher Bestandteil der Planung einer dauerhaften Tidesteuerung ist. Deswegen wurde die Flutstromvariante nur kurz erprobt. Während des Tests wurden die Auswirkungen mit einem umfangreichen Monitoring- und Messprogramm erfasst.

Die Kernbotschaften, die sich aus den Ergebnissen ablesen lassen, sind folgende:

Das Emssperrwerk ist aus technischer und praktischer Sicht für die Tidesteuerung geeignet.

- Die Flexible Tidesteuerung funktioniert und kann deutlich positiv auf die Gewässergüte wirken

- Die Ergebnisse stützen die Prognosen und widersprechen den Modellierungen nicht.

- Beide Tidesteuerungsvarianten – die Niedrigwasseranhebung und die Flutstrombremse – werden weiter untersucht, es gibt derzeit noch keine Festlegung auf eine der beiden Variante

Daneben haben die Tests aber auch ergeben, dass sich die Tideniedrigwasseranhebung zu bestimmten Zeiten der Tide hinderlich auf die Autoverladung im Emder Hafen auswirkt. Diese Problematik hatte während des Tests dazu geführt, dass mehrere Sperrungen ausfallen mussten. In enger Zusammenarbeit mit NPorts und der Hafenwirtschaft wurden die Probleme identifiziert. Inzwischen wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Lösungsmöglichkeiten eruieren wird. Damit wird der im Masterplan Ems 2050 inzwischen bei allen Projekten bewährte Weg weiter beschritten, alle im Zuge der Realisierung zu erwartenden Probleme und Betroffenheiten im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens zu adressieren und möglichst zu lösen. Das gilt bei der Flexiblen Tidesteuerung nicht nur für den Emder Hafen, sondern auch für die Belange der Schifffahrt auf der Ems, die Überführungen von Neubauten der Meyer Werft und die Sicherstellung der Binnenentwässerung.

Ein bei der Ems stets zu beachtender Aspekt ist die Einbeziehung der Niederlande, die im Dollartbereich ebenfalls Projekte zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Lösung des Schlickproblems verfolgen. Die wechselseitigen Auswirkungen der Projekte werden Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens werden und bereits im Vorfeld eng diskutiert und abgestimmt werden müssen.

Der Umfang des Untersuchungsrahmens für das Planfeststellungsverfahren wird in 2021 von der Planfeststellungsbehörde festgesetzt werden. Zur Vorbereitung wurden in einem so genannten Scopingverfahren alle möglichen Betroffenen zur Stellungnahme aufgefordert. Zur Information der Teilnehmer über das Vorhaben wurde ein ausführliches Scopingpapier erstellt, das auch in die niederländische Sprache übersetzt wurde. In dieses Papier sind auch die Ergebnisse des Technischen Tests eingeflossen. Aufgrund der Corona-Restriktionen wurde zu diesem Zweck ein Online-Beteiligungsverfahren durchgeführt, welches im Dezember 2020 begann. Die Rückläufe sind mittlerweile bei der Genehmigungsbehörde eingegangen und werden bearbeitet.

Computeranimation der geplanten Tidesteuerung

Flexible Tidesteuerung am Emssperrwerk - Sachstand und Ausblick

Die hier nun öffentlich verfügbaren Dokumente sind Machbarkeitsstudien und Gutachten. Letztere dienten den Verfassern der Studien als Unterstützung für ihre Einschätzungen. Die Einzelgutachten sollten daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern mit Blick auf ihre Auswertung in den Machbarkeitsstudien.

Wichtig: Es handelt sich bei den vorliegenden Papieren nicht um Planungen, die realisiert werden, sondern um den Nachweis der grundsätzlichen technischen Machbarkeit und in Modellrechnungen bestätigten Wirksamkeit der „Flexiblen Tidesteuerung“. Zurzeit werden Unterlagen für Planfeststellungsverfahren erstellt, in deren Verlauf unter Beteiligung der Öffentlichkeit und aller Betroffenen in einem rechtsstaatlichen Verfahren eine genehmigungsfähige Detailplanung erarbeitet wird.

Präsentation de Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vom 17.02.2017

Machbarkeitsuntersuchung zur Tidesteuerung mit dem Emssperrwerk Gandersum

Die hier nun öffentlich verfügbaren Dokumente sind Machbarkeitsstudien und Gutachten. Letztere dienten den Verfassern der Studien als Unterstützung für ihre Einschätzungen. Die Einzelgutachten sollten daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern mit Blick auf ihre Auswertung in den Machbarkeitsstudien.

Wichtig: Es handelt sich bei den vorliegenden Papieren nicht um Planungen, die realisiert werden, sondern um den Nachweis der grundsätzlichen technischen Machbarkeit und in Modellrechnungen bestätigten Wirksamkeit der „Flexiblen Tidesteuerung“. Zurzeit werden Unterlagen für Planfeststellungsverfahren erstellt, in deren Verlauf unter Beteiligung der Öffentlichkeit und aller Betroffenen in einem rechtsstaatlichen Verfahren eine genehmigungsfähige Detailplanung erarbeitet wird.

Machbarkeitsuntersuchung

Anlage 1 - Gutachtliche Stellungnahme zur Frage der Sohlensicherung und Kolkbildung am  Emssperrwerk bei Betriebsfällen zur Tidebeeinflussung

Anlage 2 - Sicherung der Gewässersohle in der Betriebssteuerungsvariante 4b zur Tidebeeinflussung – Vorplanung der Sohlsicherung

Anlage 3 - Einschätzung möglicher Umweltauswirkungen von Varianten der Tidesteuerung am Emssperrwerk

Anlage 4- Hydro- und morphodynamische Auswirkungen eines Tidesteuerungsbetriebes mit dem Emssperrwerk