Wir mussten die Planungen mehrmals umstellen und zum Teil neu beginnen, um zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Gemeinde und den Anliegern zu kommen – das ist für uns Voraussetzung, um Maßnahmen des Masterplans Ems umzusetzen. Unser ursprünglicher Plan war es, den für den Deichbau geeigneten Klei, der beim Bau des Polders anfällt, für Hochwasserschutzmaßnahmen im Leda-Jümme-Gebiet zu verwenden, wo es keinen Klei gibt. Die Gemeinde lehnte dafür nötige LKW-Transporte durch die Deichdörfer ab. Alternative Transporte per Schiff und Bahn prüften wir auch. Diese waren aber nicht machbar.
Deswegen prüfen wir jetzt den Auftrag des Aushubs auf landwirtschaftliche Flächen am Polder, was im Ansinnen der Gemeinde ist. Grundsätzlich scheint das möglich, aber wir müssen jede Fläche genau unter die Lupe nehmen. Danach können wir Verträge mit den Eigentümern der Flächen machen, die aber grundsätzlich einverstanden sind. Erst dann – wenn wir alle Beteiligten zufrieden gestellt haben – werden wir den Antrag auf Planfeststellung beim Landkreis Leer einreichen. 

Sylvia Scholze ist beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Geschäftsbereich Regionaler Naturschutz beschäftigt und entscheidend an den Planungen für den Tidepolder Coldemüntje beteiligt