Audio-Radtour und Ausstellung zur Tideems

Audio-Radtour und Ausstellung zur Tideems

BUND, NABU und WWF informieren multimedial

An der Ems gibt es jetzt eine interessante neue Wanderausstellung - und fünf neue Gründe, vom Fahrrad abzusteigen, um Wissenswertes und Spannendes rund um die Ems und den „Masterplan Ems 2050“ zu erfahren. Die Hörstationen der neuen Audio-Radtour (weiter unten können Sie reinhören) animieren auf der etwa 43 Kilometer langen Rundstrecke, kleine Lauschpausen einzulegen. Und sie sind  Bestandteil der neuen Wanderausstellung zur Tideeems, die am 10. Oktober in der Naturschutzstation Ems eröffnet wurde und jeweils mittwochs von 9 bis 16 Uhr in der Einrichtung an der Schöpfwerkstraße 10 in Moormerland/Terborg zu sehen ist. Beides gehört zum Projekt "Zukunftsperspektive Tideems" der Umweltverbände BUND, NABU und WWF, die Vertragspartner des Masterplans Ems 2050 sind. 

Auf fünf Roll-Ups wird in der Ausstellung die Bedeutung der Ems als Lebensraum und Lebensader thematisiert. „Im Mittelpunkt stehen die Leistungen, die ein intaktes aquatisches Ökosystem den Anwohnern und der ganzen Region liefert“, sagt BUND-Gewässerexpertin Vera Konermann, die diese Aufbereitung für die Öffentlichkeit konzipiert hat. „Und diese sind enorm: Die Ems kann zum Beispiel zur Verlangsamung des Klimawandels beitragen, wenn sie richtig geschützt wird und Renaturierungsmaßnahmen konsequent umgesetzt werden. Die biologische Vielfalt in Flussmündungen bietet uns u. a. Nahrung sowie Erholung und Freizeitmöglichkeiten, die wir Menschen Tag für Tag nutzen. Das trägt entscheidend zu unserem Wohlbefinden bei.“

Die Ausstellung „Die Tideeems früher • heute • zukünftig“ ist vom 16. Oktober bis zum 27. November jeden Mittwoch von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Danach geht sie auf Wanderschaft durch die Region: Im Dezember macht sie in der VHS Papenburg Halt, im Januar 2020 ist sie in der Sparkasse Leer/Wittmund und ab Februar in der VHS Emden zu sehen. Die jeweiligen Ausstellungsorte und -zeiten können auf folgender Website nachgesehen werden:

www.wwf.de/ausstellung-tideems

In der Ausstellung gibt es auch eine Hörstation mit den Audios „Ems im Ohr“. Diese Tour  startet an der Naturschutzstation Ems in Moormerland und führt bis zur ehemaligen Badestelle in Jemgum. Die Audioradtour ist angelehnt an den schon vorhandenen Fahrradweg entlang der Ems und kann bei einer rund dreistündigen Fahrradtour erkundet werden. Die Stationen bestehen aus Infoschildern mit QR-Codes, die man nur mit dem Smartphone einscannen muss, um den Beitrag zu hören. Hier sind die Audios zum Appetitmachen - sie an der Ems zu erleben, ist natürlich viel schöner. 

Das erste befindet sich an der Naturschutzstation Ems am Sauteler Siel in Terborg (Gemeinde Moormerland).

Von Blaukehlchen, Gänsen und den Lebensräumen zwischen süß und salzig berichtet dort der Mitarbeiter der Naturschutzstation Ems, Peter Pauschert.

Station 1 - Naturschutzstation Ems - "Fluss trifft Meer - das Emsästuar"

Direkt an der Schleuse Oldersum befindet sich die zweite Station.

Biologe Dr. Oliver-David Finch, der beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) tätig ist berichtet über „Fischschleusungen“. Dank des Masterplans Ems wird die Schleuse heute so betrieben, dass Fische aus der Ems in das Nebengewässer wandern können.

Station 2 - Schleuse Oldersum -" freie Fahrt für Fische"

An der der dritten Station, dem Emssperrwerk berichtet Peter Pauschert, wie an der heute stark verschlickten Ems Ökologie und Ökonomie wieder in Balance gebracht werden sollen.

Das 500 Meter lange Großbauwerk dient nicht nur dem Sturmflutschutz und der Überführung großer Kreuzfahrtschiffe, sondern soll als Schlickbremse genutzt werden, um die Gewässergüte der Ems zu verbessern.

Station 3 -das Emssperrwerk - "ein Masterplan für die Ems"

Zur nächsten Station geht es auf der Fähre von Petkum nach Ditzum auf die andere Emsseite

Direkt am Fähranleger am Hafen in Ditzum hören wir am vierten Audiopunkt Anton Bruhns zu, einem langjährigen Berufsfischer auf der Ems. Er hat erlebt, wie sich die Berufsfischerei an der Ems in den letzten 40 Jahren verändert hat. Mehrfache Vertiefungen der Ems haben dazu geführt, dass Flussfische wie Aal, Flunder oder Butt kaum noch anzutreffen sind.

Station 4 - Hafen Ditzum - "Nordseekrabben statt Flussfischerei"

Die Audioradtour ist mit der fünften und letzten Station geschafft:

an der ehemaligen Badestelle am Hafen in Jemgum. Ein besonders schöner Platz am Emsufer: eine Bank unter Bäumen, der Blick schweift über Schilfgürtel aufs Wasser, vielleicht gleitet gerade ein Segelboot vorbei. Bis 2014 konnte man hier sogar baden. Wilfried Voß, der Hafenmeister, berichtet aus seiner Kindheit vom Schwimmen lernen in der Ems.

Station 5 - Ehemalige Badestelle in Ditzum - "kein Freibad an der Ems"