Ein Bollwerk gegen
den Schlick

Ein Bollwerk gegen
den Schlick

Die Sohlschwelle am Emssperrwerk

Das Emssperrwerk bei Gandersum erfüllt heute zwei Funktionen: Sturmflutschutz und temporärer Stau der Ems für die Überführung von Kreuzfahrtschiffen der Meyer Werft. Der Masterplan Ems 2050 weist dem Bauwerk künftig - sofern machbar – eine zusätzliche Aufgabe zu: Die Verringerung des Schlickeintrags in den Fluss. Eine der Maßnahmen, die die Fachleute ins Auge fassen, ist eine feste oder bewegliche Sohlschwelle. Derzeit wird dazu eine  Machbarkeitsstudie unter Federführung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) erstellt.

Kern der Sohlschwellen-Idee ist es, das Niedrigwasserniveau der Ems oberhalb des Emssperrwerks zu heben und die einströmende Wassermenge bei Flut zu reduzieren, damit insgesamt  weniger Wasser und damit weniger Sedimente und Schwebstoffe in die Ems eingebracht werden. Die hohe Sedimentbelastung gilt als Hauptproblem für die Gewässergüte der Unterems. In der Studie wird die technische Machbarkeit verschiedener Ansätze geprüft und damit die Grundlage für weitergehende Untersuchungen der Wirksamkeit geschaffen.

Ursprungsüberlegung war es, am Grund der Ems oberhalb des Sperrwerks eine feste Sohlschwelle zu installieren, die als Barriere das Niedrigwasserniveau hebt. Sie hätte oberhalb der Nebenöffnungen und Binnenschifffahrtsöffnungen des Sperrwerks als Querbauwerk in den Fluss gesetzt. In der Hauptschifffahrtsöffnung hätten die dort bereits am Grund installierten Drehsegmente die gleiche Rolle als überströmtes Wehr übernommen.  Diese Variante hätte einen Schleusenbau erfordert.

Die Studie wurde später auf die Untersuchung des Einsatzes flexibler Sohlschwellen erweitert, um zu ermitteln, ob auf den Bau einer festen Sohlschwelle möglicherweise verzichtet werden könnte. Erste Ergebnisse zeigen, dass es mehrere wirksame Varianten gibt. Auch hier würden die erwähnten Drehsegmente die beschriebene neue Rolle erhalten. Aber: in den mit Hubtoren versehenen weiteren Durchgängen des Sperrwerks würden entweder einschwimmbare Sohlschwellen installiert, die im Bedarfsfall zum Einsatz kämen, oder die Hubtore horizontal geteilt, so dass deren unterer Bereich als Sohlschwelle fungieren könnte. 

Darüber hinaus gibt es aktuelle Überlegungen, die Sperrwerkstore als flexible Sohlschwelle einzusetzen ohne zusätzliche Einbauten am Sperrwerk.

Sowohl die feste als auch die flexible Variante der Sohlschwelle ist technisch machbar, heißt es in einer Stellungnahme der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung vom März 2016. Endgültige Ergebnisse über die Wirksamkeit sollen Ende 2016 vorliegen, ebenso wie ein Gutachten über die Wirkungen der Lösung mit flexiblen Sohlschwellen auf die Schifffahrt.

Aktueller Stand:

  • Machbarkeitsstudie in Arbeit, soll Ende 2016 vorliegen
  • Gutachten zu Auswirkungen auf die Schifffahrt in Arbeit, soll Ende 2016 vorliegen