Eine groß angelegte Suche

Eine groß angelegte Suche

Flächenankauf für den Masterplan

Für die Umsetzung der Ziele des Masterplans Ems 2050 werden 700 Hektar Fläche bis zum Jahr 2050 benötigt. 500 Hektar sollen zur Entwicklung ästuartypischer Lebensräume dienen, 200 Hektar Flächen für den Wiesenvogelschutz bereitgestellt werden.

Dabei handelt es sich vorrangig um heute landwirtschaftlich genutzte Ländereien. Die Ankündigung, in diesem Umfang Land kaufen zu wollen, sorgte schon vor dem Vertragsabschluss bis heute für Unruhe und Protest der Landwirte und ihrer Verbände vor allem im Landkreis Leer. Sie befürchten Landverknappung und eine Erhöhung der Pachtpreise. Im Masterplan Ems 2050 wurde daher als Reaktion auf die Kritik ein sehr großer vorrangiger Suchraum für die Flächen festgelegt. Er umfasst Teile der Landkreise Emsland, Leer und Aurich und der Stadt Emden. Alle Verkäufe oder Landtausche erfolgen nur, wenn die Flächeneigentümer verkaufsbereit sind - Enteignungen wird es nicht geben. Zuständig für die Durchführung ist das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems.

Um eine Ausgewogenheit der Flächenverteilung im gesamten Suchraum zu erreichen und bei der Flächenbesorgung landwirtschaftliche und wasserwirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen, wurde im April 2015 der „Steuerungsausschuss Flächenmanagement“ unter Vorsitz des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems eingerichtet. Dieser Steuerungsausschuss besteht aus den drei betroffenen Landkreisen (Emsland, Leer und Aurich) sowie der Stadt Emden, den Vertretern der drei am Masterplan Ems 2050 beteiligten Umweltverbände (BUND, NABU und WWF), der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-und Naturschutz (NLWKN), zwei Vertretern von regionalen Wasser- und Bodenverbänden bzw. Deichbänden (Rheider Deichacht, Entwässerungsverband Oldersum) und fünf regionalen Vertretern landwirtschaftlicher Interessenverbände (Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland, Vereinigung Emsländisches Landvolk, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL Niedersachsen/Bremen, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und Niedersächsische Landjugend) sowie dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (Vorsitz).

In 2016 wurden aktuell 52 Hektar Land für den Wiesenvogelschutz angekauft. Sie liegen im nördlichen Landkreis Emsland und im Landkreis Aurich.

Die Flächen für den Wiesenvogelschutz werden nach dem Ankauf durch das Land Niedersachsen wieder an örtliche Landwirte verpachtet. Die Verpachtung erfolgt dann nach Bedingungen, die für Wiesenbrüter wie z.B. Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel. Rotschenkel und Bekassine, geeignete Brut- und Nahrungsmöglichkeiten ermöglichen. Die Flächen werden so hergerichtet, dass sie für die Vögel als Nistplätze attraktiv werden. Sehr günstig sind z. B. sehr hohe Wasserstände im Frühjahr vor Beginn der Brutzeit.

Für die Herrichtung ästuartypischer Lebensräume wurden bisher noch keine Flächen beschafft, da diese Maßnahmen im Wesentlichen von den Ergebnissen weiterer Planungen und Machbarkeitsstudien abhängig sind.

Bildrechte: ArL Weser-Ems